JAMAL

Ein Film von Jurij Neumann nach einem Buch von Konrad Bach

Jamal Nowacki (16)

Wenn Fäuste alles regeln könnten, Jamal würde zuschlagen. Da ist diese gewaltige Wut in ihm auf die Schule, die Familie, das Viertel, den Staat, die Polizei, die Welt. Jamal weiß nicht, wann das angefangen hat, er war doch auch einmal ein Kind, das mit Matchbox-Autos und Transformers-Figuren gespielt hat. Doch nun ist er ein echter Problemfall: Problemschüler in der Schule und Problemkind in der Familie. Seine Eltern haben sich getrennt, sein Vater darf sich ihnen nicht nähern, und in der neuen Familie seiner Mutter fühlt sich Jamal wie ein Fremdkörper.

Bald wird auch die Schulzeit enden, und immer dringlicher stellt sich die Frage, was aus Jamal nur werden soll. Wie die meisten seiner Freunde träumt Jamal von einer Fußballkarriere, wie Cristiano Ronaldo oder zumindest wie die Boatengs aus seinem Viertel. Doch im Grunde weiß Jamal bereits, dass sich dieser Traum nicht erfüllen wird. Was bleibt, ist das Bewusstsein, sich seinen Platz in der Welt erkämpfen zu müssen. 

Tafiq Hamzé (52)

Tafiq, der nach seiner Flucht aus dem Libanon in Berlin nie richtig Fuß fasste, scheiterte an seinen Traumata, verlor Familie und Sorgerecht und lebt nun zurückgezogen bei seinem Bruder, wo er Kampfhunde für illegale Kämpfe züchtet.

Herta Jentschonek (64)

Die resolute Kneipenwirtin Herta Jentschonek, eiserne Unionerin mit harter Schale und weichem Kern, führt seit vierzig Jahren ihre Berliner Eckkneipe streng nach eigenen Regeln, bis der unaufdringliche Jamal unerwartet ihr Herz berührt.

Nadim Hamzé (20) 

Nadim,Jamals Halbbruder, der Macht und Respekt über alles stellt und kompromisslos zu seiner Familie hält, gibt Jamal die Gelegenheit, seine Loyalität zu beweisen.

Faris Hamzé (21)  

Faris, Jamals entfremdeter Halbbruder, lebt fern der Familie sein Studentenleben, bis Jamal erkennt, dass dessen anderer Weg ihm einen Ausweg aus Gewalt und dem Streben nach individueller Stärke aufzeigen könnte.

Jamal spielt im rauen Berlin – einer Stadt der Gegensätze, in der Hoffnung und Verzweiflung nebeneinander wohnen. Zwischen Plattenbauten, Eckkneipen, Spätis und stillgelegten Fabriken kämpft eine Generation ums Überleben. Berlin ist mehr als Kulisse – es ist ein eigener Charakter: laut, gefährlich, unberechenbar, aber voller Möglichkeiten.
Der Ton ist roh, intim und energiegeladen: sozialer Realismus trifft Coming-of-Age-Drama. Die Kamera bleibt nah an Jamal, fängt Wut, Verletzlichkeit und Hoffnung ungefiltert ein. Härte und Zärtlichkeit wechseln sich ab, schnelle Beats treffen auf stille, intime Momente.